27.09.2013

Zeitungsartikel Rheinische Post "Eltern kämpfen für die Gereonschule in Viersen"


Viersen (RP). Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache soll aufgelöst und mit anderen Förderschwerpunkten auf Kreisebene zusammengelegt werden. Die Eltern fürchten, dass Veränderungen auf den Rücken ihrer Kinder ausgetragen werden.

Der kurzfristig gebildete "Elternaktionskreis Sprache" kämpft dagegen, dass die Förderschule Sprache geschlossen und mit anderen Förderschulen im Kreis Viersen zusammengefasst wird. Eltern der Gereonschule wehren sich dagegen, dass die Förderschule Sprache geschlossen und mit anderen Förderschulen im Kreis Viersen zusammengefasst wird. "Wir wollen nicht, dass unsere Kinder Kanonenfutter eines nicht ausgereiften und schlecht vermittelten sowie inhaltlich angreifbaren Systems werden", erklärt Andrea Neubert. Die Süchtelnerin hat eine Tochter auf der Schule und ist Sprecherin des kurzfristig gebildeten "Elternaktionskreis Sprache". "Wir Eltern sind fassungslos, weil überhaupt nicht gehört worden sind, bevor das zukünftige Förderschulkonzept des Kreises Viersen öffentlich gemacht worden ist", heißt es in einer Stellungnahme des Aktionskreises an den Landrat. Sie seien schon enttäuscht darüber, die die Schulaufsicht mit den Sorgen der Eltern umgehe und erwarten, dass der Träger sorgsamer vorgeht. Zweifel an der Beratungsqualität äußern die Eltern mit dem Hinweis darauf, dass die Firma Komplan ein ingenieur- und Architekturbüro ist. Die Gutachter könnten sicherlich viel über Gebäude und Entwicklungen von Schülerzahlen erzählen, aber nichts über Unterrichts- und Förderkonzepte. Förderzentren Eltern werden erst spät beteiligt Der Kreis setzt auf ein gemeinsames Votum der beteiligten Städte und Gemeinden und eine Entscheidung im Kreistag bis Ende 2013. Es folgt eine anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung und das gesetzlich vorgeschriebene Beteiligungsverfahren, u.a. mit den Eltern. Ziel ist es, die Förderschulen zum 1. August 2014 aufzulösen und zeitgleich neue Förderzentren zu bilden. "Uns stört ungemein zum einen das Turbotempo, mit dem die Förderschullandschaft des Kreises Viersen passend gemacht werden soll. Andere Städte und Kreise lassen sich da mehr Zeit", stellt Andrea Neubert fest. "Dieser Punkt bestürzt uns am meisten", heißt es in der Erklärung. Es stelle sich die Frage, ob die Mindestgrößenverordnung für Schulen nun das Maß aller Dinge darstelle. Außerdem fehle jegliche Information darüber, wie Unterricht demnächst unter erheblich veränderten Bedingungen gestaltet werde. Der Kreis plant, die Förderbereiche Sprache, Lernen sowie Emotionale und Soziale Entwicklung unter einem Dach zusammenzufassen. Es sollen demnächst zwei Haupt-Standorte mit Dependancen unter dem Dach des Kreises Viersen eingerichtet werden. "Wir wissen, dass die Inklusion kommt und das Schulrechtsänderungsgesetz lediglich aufgeschoben wurde. Aber wir verlangen, dass der Kreis den überstürzten Auflösungsprozess der Förderschulen stoppt", erklärt Andrea Neubert. Die Elternaktion Sprache fordert weiterhin, dass "die qualitätsorientierten Förderaspekte der Förderschule Sprache mit in die Zukunftsplanungen einbezogen werden und sich der Umwandlungsprozess zu einer inklusiven Schule an rehabilitativen Gesichtspunkten und nicht nur an Mindestgrößen orientiert." Die Elternaktion hat bereits ein Gespräch mit Schuldezernent Ingo Schabrich geführt, sie wird von der Elternorganisation auf Landesebene unterstützt. Leider seien die bisher erzielten Ergebnisse sehr enttäuschend, berichtet Andrea Neubert.

Quelle: Rheinische Post

Viersen: Eltern kämpfen für die Gereonschule (RP ONLINE, 27.09.2013)